Dauer: 17.-20. August
Kilometer: 270
GPS-Link: Ruhrtalradweg
Freitag, 17. August 2012
1.Etappe:
Winterberg - Meschede
60 Kilometer
Ein
leichter Dunst liegt über den Feldern, als ich mich am Freitag früh
morgens auf den Drahtesel schwinge. Wie in jedem Jahr packt einen die
kribbelige Unruhe und Aufregung ob der beginnenden Tour.
Was
gibt es noch zu sagen? Wir werden zum ersten Mal eine Tour/
Themenradweg von Anfang bis Ende fahren, haben somit einen richtigen
Abschluss. Außerdem verspricht das Wetter in diesem Jahr wirklich einmal
von Anfang bis Ende mitzuspielen.
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| Kaffee! |
Als
ich bei Familie Lohaus ankomme, ist man schon wach, der älteste Sohn
auch bereits betriebsam, da die Ausbildung am 1. August begonnen hat.
Nach dem obligatorischen Kaffee und meiner Bewunderung für Franks neue
Fahrradtaschen geht es los. Zur Verabschiedung hat sich übrigens auch
seine Mutter eingefunden, für die ich, wie immer, noch einen passenden
„Spruch“ parat habe, man ärgert sich halt gern.
Somit wird es jetzt wirklich höchste Zeit, bevor ich noch körperliche Blessuren davontrage.
Der
erste Abschnitt führt uns durch den Holde und dann über Bentlage nach
Rheine, wo wir den Zug nach Dortmund besteigen wollen. Wir radeln uns
ein und genießen einen beginnenden Sommertag, der noch eine leichte
Kühle mit sich bringt.
So passieren wir eine noch entvölkerte Fußgängerzone in der Rheiner Innenstadt und begeben uns auf unsere Zugfahrt.
Diese
ist, wie immer, sehr kurzweilig, haben wir doch wie in jedem Jahr die
Möglichkeit, uns einmal wieder so richtig auszutauschen und über nichts
anderes, als uns, Gott und die Welt und die Tour nachzudenken und zu
sprechen.
Später,
als wir uns schon mitten im Sauerland befinden, müssen wir in Bestwig
umsteigen, um die letzte Etappe bis Winterberg zu nehmen. Da wir über
eine Stunde Aufenthalt haben, rät uns ein netter Schaffner, mit dem Rad
bis Olsberg-Bigge vorzufahren, so wären wir in Bewegung und würden schon
etwas von der reizvollen Landschaft des Sauerlandes mitbekommen.
Gesagt-
getan! Als Bestwig hinter uns liegt, erhalten wir schon einen Eindruck
vom Streckenprofil, welches sich selbstverständlich nicht mit dem des
Emslandes vergleichen lässt.
Und
wir gewöhnen uns so ganz nebenbei an die Streckenkennzeichnung des
Ruhrtalradweges, einen stilisierten Radfahrer vor dem Hintergrund eines
gelb-grün-rot-blauen Quadrates. Diesem Zeichen werden wir in den
kommenden Tagen folgen.
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| Von jetzt an nur mit Rad |
In
Olsberg- Bigge angekommen entdecken wir schnell den kleinen Bahnhof, an
dem wir zusteigen werden. Frank entdeckt aber natürlich auch etwas
anderes. Wenn es um seinen Hunger- oder besser Appetit geht, entwickelt
sich mein Freund zu einem wahren „Trüffelschwein“. Schnell wird ein
Mittagslokal entdeckt und in dem dort befindlichen Biergarten ein Tisch
in „Beschlag“ genommen, denn es gibt, wie sollte es auch anders sein,
ZANDER!
Während
ich mir einen Kaffee gönne, bestellt Frank sich einen fangfrischen
Zander mit Bratkartoffeln und Salat, nicht ohne der Servicekraft
deutlich zu machen, dass wir nur ein sehr begrenztes Zeitfenster haben.
Frank genießt und schwärmt und kann nicht verstehen, warum ich nichts essen möchte.
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| Ruhrquelle bei Winterberg |
Unser
letztes Frühstück ist ja auch schon wieder fast zwei Stunden her! Ihn
plagt das schlechte Gewissen und so esse ich etwas von seinem Salat.
Das
letzte Teilstück bis Winterberg nimmt die Bahn in gemütlichem Tempo. So
können wir in aller Ruhe einen Blick auf die Berglandschaft nehmen. Als
wir am Bahnhof aussteigen, machen wir uns sogleich auf den Weg zur
Ruhrquelle. Die ersten 3km unserer Tour sind somit eine einzige
Steigung. Und wenn man das Rinnsal, welches zugegebenermaßen hübsch
eingefasst ist erblickt, hält man nicht für möglich, dass dieser in
230km als riesiger Fluss in den Rhein mündet. Nun starten wir endlich
auf dem Ruhrtalradweg und...verfahren uns prompt.
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| Die noch junge Ruhr |
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| Sauerland in der Nähe von Meschede |
Doch das Stückchen Hauptstraße
macht uns nichts aus und wir finden den richtigen Weg gleich wieder.
Die ersten Kilometer sind geschottert und wir erleben erleben total
spannende und reizvolle Abfahrten, bei denen unsere Bremsen
Höchstleistungen vollbringen. Ich hatte immer von
den anstrengenden Anstiegen auf den ersten 50km dieser Tour gelesen,
aber die halten sich unserer Meinung nach doch in Grenzen.
Nach gut 20km machen wir eine Pause und genießen die wunderschöne
Aussicht. Wir fahren weiter und passieren Olsberg und Bestwig, die wir
heute bereits in anderer Richtung unter die Räder genommen haben. Immer
wieder queren wir die Ruhr, die noch mehr ein Bach denn ein Fluss ist.
Hinter
Bestwig-Velmede haben wir noch einmal eine Steigung zu nehmen, die wir
dann zu Fuß beenden. Auf diesem Hügel werden Weihnachtsbäume angebaut.
Wir pausieren und genießen die Aussicht. Nun ist es nicht mehr allzu
weit zu unserer heutigen Unterkunft. Wir halten uns in Richtung Meschede
und durchfahren den Ort, um dann links in Richtung Calle zu fahren.
Dann, nach 65 km haben wir unser Etappenziel erreicht. Der „Landhof
Grewen Mühle“ wird heute Nacht unser Domizil sein.
Wir
beziehen unser Zimmer und machen uns frisch für den Abend. Unsere
Gastgeber veranstalten nämlich für die Gäste einen Grill-Abend. Als wir
es uns im Biergarten gemütlich machen, duftet es schon nach Gegrilltem
und wir genießen ein großes, kühles Radler. Der Abend ist nett und wie
immer besitzt man nach dem Essen und ein paar Bierchen die nötige
„Bettschwere“.
Samstag, 18. August 2012
2.Etappe:
Meschede - Schwerte
80 Kilometer
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| Hotel Landhof "Grewen Mühle" |
Am
Morgen ist wieder wunderschönes Wetter. Wir machen uns startklar und
frühstücken ausgiebig. Anschließend muss Frank dem Fischteich des
Gasthauses abermals einen Besuch abstatten, bevor wir noch ein paar
Fotos machen und uns schließlich auf den Weg machen. Die heutige Etappe
führt uns über Arnsberg, Wickede, Iserlohn und Menden nach Schwerte, wo
wir eine Unterkunft gebucht haben.
Wir
stellen mit zunehmender Fahrtdauer fest, dass sich auch die Landschaft
neben der Ruhr laufend ändert. Wir erreichen Arnsberg und Frank erzählt
mir, dass es ihn beruflich fast mal hierher verschlagen hätte.
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| Arnsberg |
Nachmittags
erreichen wir Fröndenberg und das dort beheimatete
Kettenschmiedemuseum, welches wir aber nicht besichtigen, da es Samstag
ist. Doch in einem Café auf dem Gelände machen wir Rast, es wird immer
heißer, sicher sind es schon weit über 30 Grad.
Schließlich
brechen wir wieder auf, um am späten Nachmittag mit Schwerte unser
heutiges Etappenziel zu erreichen. Wir machen es uns in einem Café in
der Innenstadt gemütlich und stärken uns mit Koffein. Unsere Unterkunft
liegt ebenfalls in der Stadt und beherbergt außerdem ein Griechisches
Restaurant. Nachdem wir die Zimmer bezogen haben, lassen wir den Abend
bei griechischem Essen und kühlem Bierchen im Innenhof ausklingen.
Sonntag, 19. August 2012
3.Etappe:
Schwerte - Essen
80 Kilometer
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| 50er Jahre Kleingarten-Idylle |
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| Ein wenig Schatten |
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| Hinter Wetter |
Der
heutige Tag soll und wird der heisseste der ganzen Tour. Wie immer
lassen wir uns mit dem Frühstück Zeit und kommen so allmählich in
Schwung. Wir rollen in Richtung Herdecke und bemerken, wie viele Meschen
den Fluß zur Naherholung nutzen. Natürlich gibt es Radfahrer,
Fußgänger, Paddler und in Herdecke flaniert man gerne entlang der Ruhr
und besucht Veranstaltungen und Feste, die am Wasser stattfinden. Je
näher wir dem Ruhrgebiet kommen, um so betriebiger wird es. Herdecke mit
dem Hengsteysee ist ein schönes Beispiel .Wir fahren weiter in Richtung
Wetter. Die Ruhr geht über in den Hartkortsee. Wir machen an einem, wir
wir meinen, Kiosk, der direkt an dem Radweg liegt, eine Pause und
stellen fest, dass wir uns auf einer Minigolfanlage befinden.Und zwar in
den 50er Jahren. Wir staunen und lassen uns Kaffee und Cola schmecken.
Die Besitzer, ein älteres Ehepaar, stammen dem Dialekt nach zu urteilen
aus Ostpommern. Sie sind sehr nett und gesprächig. Im weiteren
Verlauf unserer Tages-Tour werden wir immer wieder vorwiegend
Tankstellen aufsuchen (es ist Sonntag), um uns mit Getränken zu
versorgen. Ich werde bis zum Abend gerade mal zwei Brötchen und einen
Schoko-Riegel gegessen haben, viel wichtiger ist mir mein Wasser und die
Schorle. Der heutige Streckenabschnitt zieht sich. Es ist, wie gesagt
sehr heiß, was einem auf Dauer natürlich schon zu schaffen macht.
Irgendwann wird es Frank zu bunt. Er hält an, zieht sich bis auf die
Unterwäsche aus und springt in die Ruhr. Ich überlege kurz... und tue
es ihm gleich. Was für eine Erfrischung! Im Anschluss fährt es sich
wieder sehr viel leichter. Gegen Abend erreichen wir den Baldeneysee und
somit Essen. Als wir durch einen Park fahren, ziehen uns Rauchschwaden
entgegen und der
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| Erfrischende Ruhr |
Geruch von Gegrilltem steigt uns in die Nase. Auf den Wiesen befinden
sich zig Familien, die ihr Wochenende gebührend ausklingen lassen
wollen. Wir wählen den in der Karte empfohlenen Streckenverlauf links
des Sees und lassen die Grillgesellschaft hinter uns. Ungefähr gegenüber
der Villa Hügel machen wir noch einmal eine kurze Pause und schauen auf
das Relikt des Krupp-Imperiums. Schließlich erreichen wir unser
heutiges Etappenziel Hotel Hennig in Essen. Wir beziehen unsere
Unterkunft, machen uns frisch und speisen heute wieder einmal
international. Über die Brücke hinter unserem Hotel lassen wir uns das
türkische Essen munden. Bevor wir zurück gehen, künden erste schwere
Wolken von ein wenig Abkühlung.
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| "Villa Hügel" am Baldeneysee |
Montag, 20. August 2012
4.Etappe:
Essen - Duisburg/ Rheine - Emsbüren
60 Kilometer
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| In Mühlheim an der Ruhr |
Beim
Frühstück kommen wir mit einem radfahrenden Ehepaar ins Gespräch. Wir
tauschen uns über unsere gefahrenen Touren aus. Sie wollen heute auch
bis zur Einmündung der Ruhr in den Rhein und begeben sich 10 Minuten vor
uns auf den letzten, ca. 30km langen Streckenabschnitt bis zur
"Rheinorange". Wir trödeln los und unterhalten uns bereits über das
Gesehene der letzten Tage. Mühlheim ist schnell erreicht und wir füllen
noch einmal unsere Getränkevorräte auf. Mühlheim geht in Duisburg über
und wir realisieren, wie eng und fließend hier alles beieinander liegt.
Hier in Duisburg hat die Ruhr nichts mehr von dem Fluß, dem wir staunend
folgten.
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| Kurz vor dem Rhein |
Wir
überqueren zahlreiche Brücken und befinden uns mitten in der Welt dieses
riesigen Binnenhafens. Von weitem machen wir schon die "Rheinorange"
und damit den offiziellen Endpunkt unserer diesjährigen Tour aus. Dort
angekommen werden erst einmal Fotos geschossen. Langsam begeben wir uns
auf den Weg zum Hauptbahnhof, wir haben noch Zeit. Die Zugfahrt zurück
nach Rheine lässt uns genügend Zeit, das Erlebte zu verarbeiten. Wie in
fast jedem Jahr fahren wir das letzte gemeinsame Stück von Rheine bis
nach Hause mit dem Rad und lassen eine überaus gelungene Tour 2012
stimmungsvoll ausklingen.
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| Abschluss an der "Rheinorange" nach 230 Flusskilometern |