Mittwoch, 30. Dezember 2015

2015 - Rheinradweg (Mainz - Köln)

Köln Hbf
Montag, 3. August: Mainz-Bingen (35 Kilometer)
Bereits um 6.13 Uhr geht es los. Als ich in Leschede am Bahnhof ankomme, erfahre ich, dass die Fahrt mit dem Zug nach Münster für uns bereits in Rheine enden wird, da es irgendwo einen Stellwerkschaden gibt. Für Frank, der in Salzbergen zusteigt und für mich ist unklar, wie es weitergeht. Dann können wir, mit einer halben Stunde Verspätung, eine Westfalenbahn nach Münster nehmen. Eine Gruppe Jugendlicher fährt ebenfalls in Richtung Köln, sie arbeiten eine Ersatzstrecke aus, der wir uns anschließen. In Münster angekommen, fahren wir über Hamm nach Köln und kommen so ohne Verspätung in Mainz an, da wir "unseren" Zug in Koblenz wieder erreichen. Wir stärken uns noch am Bahnhof bei "Erich Zeiss" und lernen den Leiter der Filiale kennen, der auf unsere Shirts mit dem Aufdruck "Die Emsradler" aufmerksam wird. Er
"Anleger 511" in Eltville
Blick auf Rüdesheim
stammt aus Rheine. Es entsteht ein angeregtes Gespräch und als er auch noch erfährt, dass Frank vom Fach ist, erhalten wir vor der Weiterfahrt ein stattliches Wurstpaket. Wir rollen zunächst im Zickzack durch Mainz bevor wir mit der Theodor-Heuss-Brücke den Einstieg in die Tour finden. Auf der anderen Seite (Wiesbaden) radeln wir durch die Platanen-Allee. Entlang einer Industrieanlage geht es weiter nach Walluf, wo wir eine Kaffeepause einlegen. Heute ist es sehr heiß! Nach Eltville fahren wir ein wenig abseits zum Rhein, bis Hattenheim nehmen wir den Sandweg direkt am Fluss. Dort passieren wir den "Anleger 551", eine unter Denkmalschutz stehende Lagerhalle, die jetzt ein Ausflugslokal ist. In Winkel setzen wir mit der Fähre über den Rhein auf die andere Seite nach Ingelheim. Dort radeln wir entlang der Rheinauen nach Bingen, wo wir am Fähranleger nach Rüdesheim ein paar Filmaufnahmen machen. Dann geht's ein Stück zurück nach Bingen-Kempten. Im "Weinhaus Selmigkeit" kommen wir für die Nacht unter. Wir decken uns an einer Tankstelle mit Getränken ein und widmen uns vor der Nachtruhe unserem Wurstpaket, welches uns vorzüglich mundet.


Dienstag, 4. August: Bingen-Koblenz (75 Kilometer)
Der Morgen lacht mit einem schönen Morgenrot. Wir lassen uns das Frühstück schmecken und sind gegen 9.30 Uhr auf den Rädern. Heute kommt das Filetstück unserer diesjährigen Tour. Wir queren die Nahe und werfen einen Blick auf die Ruine Ehrenfels und den Mäuseturm. Noch vor Trechtunghausen passieren wir zwei Burgen innerhalb von 3 Kilometern (Rheinstein, Reichenstein). Wir befinden uns in einem eingeschnittenen Tal, links und rechtsrheinisch verlaufen
Die "Pfalz"
jewels Straße und Bahnlinie. Überall erschließen sich uns Ansichten wie aus Modelleisenbahnmotiven. Bei Lorch machen wir zu Fuß einen Ausflug über eine Buhne auf den Rhein hinaus. Als der Weinort Kaub erreicht ist, erblicken wir auf der Felseninsel im Rhein "Die Pfalz". In Oberwesel folgen wir dem Rhein in einer engen Rechtskurve und fahren auf die Attraktion zu, weswegen jedes Jahr Massen an Menschen aus aller Welt hierher kommen: Die Loreley!
Die "Loreley"
Während wir durch St.Goar und St. Goarshausen rollen zieht sich der Himmel immer mehr zu. Für den Nachmittag ist ja Regen angekündigt. Als die ersten Tropfen fallen, stellen wir uns unter das Vordach eines stillgelegten Hotels. Wir nutzen die Zeit, um eine Mittagspause einzulegen. Wir verputzen die Reste unseres Wurstpakets. Da der Regen immer stärker wird und wir nicht weiter warten wollen, ziehen wir uns kurzerhand unsere Regenbekleidung an und fahren weiter. Vor Bad Salzig hat der Regen aufgehört. Wir entledigen uns der Regenbekleidung und radeln weiter. In Bad Salzig machen wir eine Kaffeepause an der Promenade. Was uns während der Fahrt auffällt ist, dass wir noch keine Tour gefahren sind, auf der uns so viele Radler begegneten. Vor Koblenz machen wir noch eine
Kaffeepause
Kaffeepause. Als wir immer näher an Koblenz herankommen, passieren wir Lahnstein. Hier fließt die Lahn in den Rhein, einem Fluss, dem wir irgendwann auch noch folgen werden. Als wir unseren Zielort erreichen, fängt es wieder zu regnen an. Aus diesem Grund stellen wir uns eine gewisse Zeit unter einen Baum und warten. Unser heutiges Hotel, dass Weinhaus Grebel, liegt im Stadtteil Güls. Um dorthin zu gelangen, müssen wir die Mosel überqueren. Das Hotel liegt malerisch. Nachdem wir uns frisch gemacht haben, gehen wir in die Hoteleigene Gaststube und stärken uns erst einmal. Anschließend lassen wir den Abend ausklingen.
Mittwoch, 5. August: Koblenz-Bonn (82 Kilometer)
Nach dem Frühstück fahren wir aus Güls wieder über die Mosel und folgen ihr in Richtung "Deutsches Eck". Es wurde als künstlich aufgeschüttete Landzunge im Zusammenfluss von Mosel und Rhein zwischen 1953-90 als Mahnmal der Deutschen Einheit gesehen. Als wir der Sehenswürdigkeit näher kommen, begegnen uns zunehmend mehr Menschen, die wohl auch alle dieses Ziel haben. Am "Deutschen Eck" angekommen, machen wir wieder Filmaufnahmen. Frank wird von einer Familie aus Werlte angesprochen, die unsere Shirts mit dem Aufdruck: Die Emsradler entdeckt haben. Sie sind auf der Durchreise nach Stuttgart und
"Deutsches Eck"
Die Brücke von Remagen
legen hier eine Pause ein. Wir wünschen uns gegenseitig eine gute Weiterfahrt. Wir queren abermals die Mosel und fahren linksrheinisch weiter. In Wallersheim, einem Industriegebiet nördlich von Koblenz, verfahren wir uns, sind dabei jedoch nicht die Einzigen. Kurz darauf ist der Rheinradweg wieder entdeckt. Hinter
St.Sebastian, in Kaltenengers füllen wir unsere Getränkevorräte auf, da heute wieder ein heißer Tag wird. Als wir Andernach erreichen,
machen wir ein Foto von der Stadtburg und radeln weiter in Richtung Namedy. Hier tritt der Rhein in den letzten Teil seiner Bergstrecke im unteren Mittelrheintal ein. Gegenüber befindet sich mit dem Ort Leutesdorf der Familiensitz der Fernsehfamilie Wilde, die im Mittelpunkt der 70er- Jahre Serie "MS Franziska" stand. Bald erreichen wir Bad Breisig und machen eine Kaffeepause. Auch heute sind, wie in den Tagen zuvor, wieder jede Menge Radler unterwegs. Am Horizont taucht ein Monument mit geschichtlichem Hintergrund auf. Wir erkennen die dunklen Türme der Brücke von Remagen, die in
Rheinpartie
den letzten Kriegstagen von den Amerikanern eingenommen und überquert wurde, ehe sie Tage später einstürzte und 30 Amerikaner
mit in den Tod riss. Linksseitig ist in dem Brückenkopf das Friedensmuseum eingerichtet. Hinter Unkel kommt das Siebengebirge in Sicht. So langsam neigt sich
Der Petersberg
der "romantische" Mittelrheintal dem Ende zu und wir erreichen den Niederrhein. Dann entdecken wir mit dem "Petersberg" und dem darauf befindlichen Grandhotel das nächste geschichtsträchtige Gebäude. Schließlich passieren wir nach Bad Godesberg dann die Ausläufer von Bonn. Der Fluss bietet wirklich vielen Menschen Naherholung und Kurzweil. Was negativ auffällt sind Pendler und Sportradler, die mit ihren E-Bikes, Pedelecs und Rennrädern an einem "vorbeirasen" und keinerlei Rücksicht üben. Im Rheinaue Park halten wir an und versuchen herauszufinden, wo sich unser Hotel befindet. Es geht ein gutes Stück durch die Stadt und schließlich ist das B&B Hotel in Sicht. Als wir Abends griechisch Essen wollen, führt uns das Navi witzigerweise zu einem Tennisclub, wo wir auf der Aussenterasse neben unserem Essen auch noch ein Tennismatch genießen können.
Donnerstag, 6. August: Bonn-Köln (35+20 Kilometer)

Universität Bonn
Wir sind heute früh auf den Beinen. Im Frühstücksraum des B&B- Hotels lassen wir uns Brötchen, Ei und Kaffee schmecken, um dann gegen 8.30 Uhr aufzubrechen. Wir radeln durch Bonn und Frank zeigt mir, wo er früher als Student gewohnt hat. Dann machen wir einen Abstecher zur Universität. Von dort aus geht es zum letzten Mal entlang des Rheins auf eine relativ kurze Etappe nach Köln. Eine Stunde später erreichen wir Widdig, wo ich eigentlich die letzte Übernachtung eingeplant hatte. Die Gegend hier ist zunehmend durch Industrie geprägt, wir fahren zweimal durch Industriegelände. Wir folgen eine zeitlang einer Gruppe Radfahrer, die den gleichen Weg haben. Durch einen Fehler ihrerseits trennen sich unsere Wege. Ab Weiß, wir
"Tatort Köln"
Köln
sind schon sehr nah an Köln, wird es wieder sehr ländlich. Wir fahren durch einen Wald und sehen von weitem schon den Dom. Ab Rodenkirchen wird die Rheinpartie schon promenadenmäßig städtisch. Als wir der Innenstadt immer näher kommen, machen wir Station an der Bratwurstbude des Kölner "Tatort". Am Hauptbahnhof angekommen, geht alles wie immer sehr fix. Wir erwischen einen Zug, der uns ohne umsteigen zu müssen direkt
ans Ziel bringt. In Rheine schwingen wir uns bei mittlerweile tropischen Temperaturen von über
35 Grad auf unsere Drahtesel und nehmen die letzten Kilometer für heute unter die Räder. Bei Frank lassen wir die Tour mit einem Kaffee ausklingen.
Im kommenden Jahr nehmen wir die Tour in Köln wieder auf und fahren den Rhein entlang bis Wesel (140 Kilometer). Von dort aus nutzen wir die Römer-Lippe-Route, die wir in Haltern am See in Rchtung Coesfeld wieder verlassen. Ab da radeln wir den Radbahnweg Münsterland bis Rheine und dann nach Hause.


Samstag, 6. Juni 2015

2014 - Weserradweg (Unterweser)

YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=nb89tWWuEFQ
Tagesetappe: Cuxhaven-Bremerhaven, 75 Kilometer (61+14)
Cuxhaven-Sahlenburg
Neuwerk
Es ist mal wieder soweit! Am heutigen Montag, 4. August fahren Frank und ich wieder durch die Lande und nehmen einige Kilometer unter die Räder. Als ich am Morgen aus dem Fenster blicke, stelle ich fest, dass der Sonnenschein der vergangenen Tage passé ist. Auf dem Weg zu Frank, der mir eine Whatsapp vom bepackten Fahrrad schickt, fängt es leicht zu regnen an. Nach einer Tasse Kaffee und einem kurzen Schnack geht's zum Bahnhof. Dort treffen wir eine alte Schulkollegin, die mit ihrem Mann auf dem Weg nach Hamburg ist, um ein paar Tage auszuspannen.
Blick über den Deich
Als wir in Osnabrück umsteigen, passen sie auf unsere Räder auf, damit wir uns ein Frühstück besorgen können. Heute ist ein Tag, an dem sehr viele Radler unterwegs sind, die Züge sind dementsprechend voll. Das merken wir besonders auf dem letzten Streckenabschnitt von Bremerhaven/Lehe nach Cuxhaven, wo sich alle schon sehr arrangieren und "dünne machen" müssen. Am Zielort angekommen durchfahren wir Cuxhaven langsam in Richtung Hafen und Strand. An der Kugelbake ist der offizielle Startpunkt des Weserradwegs. Entlang der Küstenlinie geht es durch Duhnen und Sahlenburg. Im Anschluss führt ein gut zu befahrener Schotterweg durch den Wernerwald. Bei Arensch schwenken wir entlang des Deichs ein und folgen ihm die nächste Zeit. Als Cappel-Neufeld erreicht ist, haben wir bereits 25 Kilometer auf der Uhr und entschließen uns eine Pause einzulegen. Nach zwei Milchkaffee rollen wir wieder los. Im Dorumer Neufeld führt der Radweg ein Stück ins Landesinnere, bevor es wieder langsam auf die Küstenlinie zugeht.
Der "Ochsenturm"
Wremen wird passiert, weiter geht es nach Weddewarden und wir erreichen den "Ochsenturm". Der Turm wurde 1218 als Turm einer Kirche gebaut, um den Namen rankt sich die Geschichte, dass zwei Ochsen die Entscheidung des Standorts bestimmten. Als wir wieder entlang des Deichs fahren, erkennen wir bereits die Hafenanlagen von Bremerhaven. Ein letzte "Müsli-Pause", dann machen wir uns auf den letzten Streckenabschnitt. Wir fahren mitten durch den Hafen entlang der PKW-Verladung und anderer Anlagen, die früher
Autotransporter
unter amerikanischer Militäradministration standen. Im Havenhostel, unserer geplanten Unterkunft angekommen, muss ich leider erfahren, dass sie völlig ausgebucht sind. Doch die nette Rezeptionistin erkundigt sich nach einer Unterkunft für uns und bucht sie auch gleich. Und so kommen wir heute im Hotel Amaris unter, welches quasi mitten in der Stadt liegt. Für Frank, der hier vor 25 Jahren studierte, ist die Fahrt durch den Hafen und die Stadt ein absoluter "Flashback", er erinnert sich mit jedem Meter an Orte, Begebenheiten etc. Nach dem Einchecken schwingen wir uns noch einmal auf unsere
Unterkunft (Hotel Amaris)
"Fietsen" und fahren in den Fischereihafen, wo aus einer Industriemeile, auf der früher Fisch verarbeitet wurde, eine kulinarische wurde, wo jetzt Gästen schmackhafte Meeresgerichte serviert werden. Wir lassen hier einen schönen Tag ausklingen und genießen in fester und flüssiger Form.



Tagesetappe: Bremerhaven-Bremen, 85 Kilometer

Heute starten wir den Tag mit einem ausgiebigen Frühstück. Als wir unsere Räder holen und auschecken, treffen wir ein älteres Ehepaar, das gestern Abend relativ spät im Hotel eintraf. Der Mann fährt ein Liegedreirad der
An der Weserfähre
Marke HS, welches Frank und ich auf Nachfrage Probefahren dürfen ( tolle Sache). Dann fahren wir zu Weserfähre, um für 3,90€ (mit Fahrrad) zur anderen Weserseite nach Nordenham zu kommen. Auf der anderen Seite fotografieren wir das "Weserschlößchen". In Nordenham decken wir uns erst einmal mit Getränken ein. Hinter Nordenham geht es weiter nach Rodenkirchen und führt immer wieder entlang der Bahnlinie. In Brake verfahren wir uns zunächst, finden den Weg dann aber doch.
Am Weserschlößchen
Hinter uns türmen sich dunkle Wolken auf und ein kräftiger Wind aus N- NW treibt uns an. Hinter Elsfleth überqueren wir eine Eisenbahnbrücke und können uns anschließend nicht verkneifen, auf den Schienen ein paar Fotos zu machen. Auf den nun folgenden 10 Kilometern lief es wie geschmiert, denn ein nach wie vor kräftiger Rückenwind treibt uns voran.
Weserblick
Über diese schmale Brücke...
...weiter über den Deich
Hinter Lemwerder führt der Radweg wieder direkt an der Weser entlang. Noch immer treiben uns die dunklen Wolken vor sich her und der Tacho zeigt oft knapp 25km/h an. Als wir mit Rablinghausen den Aussenbezirk von Bremen erreichen, halten wir kurz an und fahren zunächst über den grünen Ring und dann in die Innenstadt. Im Hotel Ibis kommen wir mitten in der Altstadt gut unter. Abends runden wir den Tag mit italienischem Essen ab und fallen schließlich müde ins Bett. Den Weserradweg haben wir nun geschafft, was jetzt noch kommt ist Zugabe.

Tagesetappe:  Bremen-Hepstedt, 40 Kilometer (30+10)

Die "Kaffeemühle"
Heute werde ich später wach. Die 85 Kilometer von gestern plus Abendspaziergang fordern ihren Tribut. Dennoch sind wir recht früh beim Frühstück und lassen es uns schmecken. Da Frank dienstlich noch zu telefonieren hat,
verzögert sich unsere Abreise, was aber nichts macht, da wir heute lediglich etwa 30 Kilometer zu absolvieren haben. Als wir auschecken, fahren wir zunächst zu den Wallanlagen, die sich um die Innenstadt ziehen und radeln an der Ansgaritorsmühle, besser bekannt unter der Bezeichnung " Kaffeemühle" vorbei, die heute Gastronomie beherbergt und ein sehenswertes Kleinod darstellt. Am Hauptbahnhof vorbei geht es weiter durch den Stadtteil Schwachhausen, den wir schon häufiger passierten und der uns in
Jan Reiners Radweg
nordöstliche Richtung zum "Jan Reiners Radweg" bringt. Die ehemalige Kleinbahn Bremen - Tarmstedt, die von 1900-1956 in Betrieb war, wurde Anfang der 1970er Jahre zu einem Radweg ausgebaut. Nachdem wir 2006 das erste Mal diesen Radweg befuhren, können wir in ihn diesem Jahr erstmals durchgängig befahren, da ein Teilabschnitt in Lilienthal längere Zeit aufgrund des Baus einer Ortsumgehung gesperrt war. Hinter Lilienthal führt uns der Weg weiter nach Grasberg, wo wir jedes Mal an einem bekanntem Ketchuphersteller vorbeikommen. Von Tarmstedt bis Hepstedt sind es dann nur
Neue Brücke
noch 3 Kilometer bis zu unserem heutigen Etappenziel. Abends drehen wir noch eine kurze Runde am "Ummelbad" vorbei über Breddorf zurück nach Hepstedt.





Tagesetappe: Hepstedt - Bremen/ (Rheine - Emsbüren), 53 Kilometer (33+20)



Alles Schöne geht einmal zu Ende und so wird sich unsere Jahrestour heute auch dem Ende neigen. Wie jedes Mal scheut man ein wenig die einzelnen Tagesetappen, da man sich fragt ob man alles schafft und wenn sie sich dem Ende neigen hat man schon wieder Fernweh! Wir frühstücken gemeinsam mit unseren Gastgebern und vereinbaren ein nächstes Treffen. Dieses Mal fahren wir ab Tarmstedt eine andere Strecke bis Grasberg, ab dort fahren wir wieder über den Jan Reiners Radweg zurück. Am Hauptbahnhof wählen wir die Nordwestbahn, die bis Osnabrück allerdings mehr als zwei Stunden benötigt. Dort angekommen genießen wir erst einmal einen Kaffee und eine Käsestange. Auf der Weiterfahrt nach Rheine ist eine 4 köpfige radfahrende Familie aus Emsdetten mit an Bord. Der jüngste Spross schläft während der Zugfahrt ein. Der Vater erzählt, dass sie im Osnabrücker Land unterwegs waren und eine Reihe von anstrengenden Steigungen erklimmen mussten. Ab Rheine geht es nun auf den letzten Törn nach Hause. Bei Frank gibt es noch eine Tasse Kaffee, dann mach ich mich alleine auf die letzten 7 Kilometer. Im kommenden Jahr gibt´s wieder eine Tour, wohin es geht wird hier noch nicht verraten.

Sonntag, 31. August 2014

2013- Weserradweg

Dauer:         22.-25. Juli 2013
Kilometer:  272
GPS-Link:  Weserradweg

1. Tag: Montag, 22. Juli
Kassel - Wahmbeck
82 Kilometer
Es geht los!
Nun ist es also soweit. Es wird wieder Zeit für unsere jährlich stattfindende Fahrradtour. Dieses Mal entlang eines Flusses, der nirgendwo entspringt, sondern aus zwei Flüssen entsteht: Aus Fulda und Werra wird die Weser.
Für die Ems benötigten wir einst zwei Anläufe, um sie einmal komplett zu befahren, bei der Weser wird unser zweiter Besuch auch nicht reichen, sie ist für unser zur Verfügung stehendes Zeitfenster einfach zu lang.
Der Jahresurlaub mit der Familie ist beendet, die Taschen sind gepackt und die Vorfreude ist groß. Vier Tage werden Frank und ich wieder im Sattel sitzen, über viel gesehenes und erlebtes wird wieder berichtet. Bei der Vorbereitung wurde bereits wieder die gleiche Sorgfalt an den Tag gelegt, wie in der Vergangenheit: die Unterkünfte und die Zugfahrt sind gebucht. Es kann also losgehen!

4.30 Uhr, der Wecker klingelt. Es ist noch fast dunkel und ich hatte nicht viel Schlaf, da ich mich nicht dazu aufraffen konnte, rechtzeitig ins Bett zu gehen. Schnell Kaffee trinken und zusätzlich für unterwegs noch was kochen.
Werra und Fulda werden zur WESER
Auf dem Weg zu Frank kommen mir um 5.20 Uhr schon einige Menschen entgegen, die zur Arbeit fahren. Bei Frank angekommen werden wir noch von seiner Mutter verabschiedet und radeln dann zum Bahnhof. Während der Zufahrt machen wir die Bekanntschaft mit einer körperbehinderten Frau, die sich über die mangelnde Organisation der Deutschen Bahn beschwert, da man ihr trotz Vereinbarung keine Hilfe in Form von Personal und Rampe für dem Rollstuhl zur Verfügung stellt. In Kassel angekommen, helfen wir Ihr mit vereinten Kräften aus dem Waggon und verabschieden uns. Nach einer kurzen Stärkung werfen wir zunächst einen Blick auf den Herkules an der Wilhelmshöhe und fahren dann durch Kassel auf unsere erste
Etappe entlang der Fulda (R1) nach Hann. Münden. Wir stellen fest, dass die Streckenführung, die in weiten Teilen durch Waldgebiete verläuft sehr ansprechend und kurzweilig ist.
Als wir Hann.Münden erreichen, sind schon 35 Kilometer absolviert. Wir statten dem "Weserstein" beim Zusammenfluss einen Besuch ab, denn jetzt geht's ja eigentlich erst
Eine der zahlreichen Weserfähren
richtig los. Nach 5 Kilometern bekommen wir es mit der ersten starken Steigung zu tun, die wir tapfer meistern. Danach entschädigt uns eine lange, schnelle Abfahrt für die Mühen. Die zweite Steigung kurze Zeit später müssen wir schiebend bewältigen. In Bursfelde, nach 65 Kilometern, gönnen wir uns eine erste längere Pause und gönnen uns Kaffee und isotonische Getränke. Erfrischt geht es weiter. Noch eine weitere Pause in Oberweser, dann ist unser heutiges Ziel erreicht: Hotel Otto in Wahmbeck. Somit sind heute insgesamt 82 Kilometer absolviert. Nach einer Strärkung im hoteleigenen Restaurant lassen wir den Abend vor dem Fernseher ausklingen.


2. Tag: Dienstag, 23. Juli
Wahmbeck - Bodenwerder
80 Kilometer
Wassertreten
"Weserstuben" in Bodenwerder
"Hafenbar" Holzminden

Haben heute ausgeschlafen, d.h. sind gegen 8 Uhr aufgestanden. Wir können das Frühstück genießen, es gibt auf jeden Fall auch Rührei, was mir immer wichtig ist. Gegen 10 Uhr brechen wir auf und treffen am Ortsrand auf die Fähre in Wahmbeck, die wir nehmen (1 € / Person mit Fahrrad). Nach ca. 10km sind wir in Bad Karlshafen. Wir radeln zu einer Apotheke, um uns mit diversen Mitteln einzudecken. Anschließend suchen wir einen Getränkemarkt auf und kaufen ein. Nach ca. 20 km steuern wir eine Wassertretstelle an und sind nicht die einzigen. Nach der Erfrischung stellen wir fest, dass seit unserem Start heute morgen schon 2 Stunden vergangen sind-jetzt aber los! Wir beschließen Höxter links liegen zu lassen, um voran zu kommen, was bedeutet, dass wir die nächsten 25km ohne längere Pause durchfahren. Da wir beide gut drauf sind, fällt uns das nicht weiter schwer. Gegen 14 Uhr erreichen wir Holzminden. An der "Hafenbar" unterhalb der Jugendherberge machen wir eine längere Pause, zuvor besorgt sich Frank noch neue Luft für die Reifen. Da er sich auch ein neues Radtrikot zulegen will,  fahren wir in die Fußgängerzone zu einem Sportfachgeschäft. Danach geht's wieder weiter und auf der frisch geteerten Piste des Weserdamms zwischen Bevern und Heinsen machen wir richtig Speed. An der Weserfähre Polle pausieren wir und machen Fotos. In Reileifzen lockt uns eine weitere Weserbar zu einem Kaffee. Schließlich erreichen wir unser Tagesziel Bodenwerder nach 80km. Die "Weserstuben" werden von uns geentert. Wir genießen ein vorzügliches Essen, gönnen uns noch ein Eis und setzen uns auf eine Bank an der Weser, wo wir uns die frische Brise um die Nase wehen lassen. So klingt ein toller Tag aus. Morgen soll es gewittrige Schauer geben.

3. Tag: Mittwoch, 24. Juli
Bodenwerder - Veltheim
65 Kilometer
An den "Weserstuben" in Bodenwerder
"Weserimpressionen"
Emsradler macht Pause
Nach dem Frühstück erwartet uns heute eine Etappe von 65 km. Wir schauen auf den Himmel und stellen fest, dass es einigermaßen bewölkt ist und die Temperaturen angenehm. Wir radeln gemächlich aus der Stadt und erinnern uns gerne an unsere Unterkunft zurück, die gegenüber der Weser noch einmal auftaucht. Es ist feststellbar, das heute sehr viele Radreisende unterwegs sind. Es sind immer welche in Sichtweite, sowohl vor uns, als auch hinter uns. Ein Paar aus unserer letzten Unterkunft werden wir heute 3 Mal wieder sehen. Als wir in Hameln eintrudeln, wird eine Pause eingelegt und bei Milchkaffee und Baguette entspannt. Dann fallen ein paar Tropfen, doch der große Regen bleibt aus. Auf unserer Weiterfahrt kommt dann die Sonne wieder hervor und brennt unermüdlich. Nach einer kurzen Erfrischung kommt Hess. Oldendorf in Sicht, wo wir uns wieder mit Getränken eindecken. Durch die Hitze der vergangenen Tage hat man tagsüber keinen Hunger. Um Energie zuzuführen, trinken wir zwischendurch ein zuckerhaltiges Getränk. Heute haben wir nicht das Pensum der letzten beiden Tage zu leisten und können so immer mal wieder eine kurze Pause einlegen.
In der Nähe von Rinteln künden dunkle Wolken von nichts Gutem. Die Wetterfront rückt näher und Wind setzt ein. Wie es das Pech will, verfahren wir uns prompt und drohen so wertvolle Minuten zu verlieren. Doch wir fahren über eine Hauptverkehrsstraße und treten so richtig in die Pedalen. Ca. 5 km vor dem Ziel wird der Wind immer stärker. Auf einer Kuppe müssen wir noch einmal halten und beobachten, wie die Gewitterfront aus Richtung Minden immer näher rückt und eine Regenwand auf uns zukommt. Der Schotterweg hinunter wird in Höchstgeschwindigkeit gefahren. Endlich kommt unser Ziel in Sicht. Rechtzeitig können wir einchecken, dann fällt der Regen. Nach einer Dusche und einem Spaziergang zur Weser, wird unser Tag mit einem leckeren Essen abgerundet. Morgen ist leider der letzte Tag unserer Tour. Laut Wetterbericht erwartet uns kein Regen.

4. Tag: Donnerstag, 25. Juli
Veltheim - Bad Oeynhausen (Emsbüren)
25 (45) Kilometer
Rast
Ein Blick aus dem Fenster aus dem Fenster verrät, dass es ein wenig kühler zu sein scheint, als an den vergangenen Tagen, denn es ist diesig. Nach einem leckeren Frühstück geniessen wir die leichte Kühle und machen uns auf die letzte Etappe unserer diesjährigen Tour. Bis Bad Oeynhausen, dem eigentlichen Ziel sind es ca. 25 km. Die Wirtin der Unterkunft hat uns eine etwas andere Streckenführung empfohlen, die nicht so starke Steigungen besitzt, so dass wir wohlbehalten in Bad Oeynhausen ankommen. Zunächst erreichen wir Vlotho und durchqueren danach einen dichten, kühlen Wald, der heute die letzte Erfrischung der Tour spendet. Nachdem die A2 "besucht" wird, erreichen wir das "Fährcafé", wo wir noch einmal pausieren und einen Milchkaffee trinken. Wir haben Zeit und hängen dieser Fahrt gedanklich schon wieder nach - komisch, dass war die Tour 2013, die wieder so viele Eindrücke hinterlassen hat. Am Bahnhof lösen wir dir Tickets und fahren mit der Bahn nach Hause, zumindest bis Rheine, von wo aus wir dann wie gewohnt nach Hause radeln. Meine Familie holt mich mit ihren Rädern von Frank ab. Zuvor gibt´s noch eine nette Abkühlung im Pool. 
Wehmut
Bis nächstes Jahr!


Samstag, 16. August 2014

2012- Ruhrtalradweg

Dauer:       17.-20. August
Kilometer: 270
GPS-Link: Ruhrtalradweg
Freitag, 17. August 2012
1.Etappe:
Winterberg - Meschede
60 Kilometer
Ein leichter Dunst liegt über den Feldern, als ich mich am Freitag früh morgens auf den Drahtesel schwinge. Wie in jedem Jahr packt einen die kribbelige Unruhe und Aufregung ob der beginnenden Tour.
Was gibt es noch zu sagen? Wir werden zum ersten Mal eine Tour/ Themenradweg von Anfang bis Ende fahren, haben somit einen richtigen Abschluss. Außerdem verspricht das Wetter in diesem Jahr wirklich einmal von Anfang bis Ende mitzuspielen.
Kaffee!
Als ich bei Familie Lohaus ankomme, ist man schon wach, der älteste Sohn auch bereits betriebsam, da die Ausbildung am 1. August begonnen hat. Nach dem obligatorischen Kaffee und meiner Bewunderung für Franks neue Fahrradtaschen geht es los. Zur Verabschiedung hat sich übrigens auch seine Mutter eingefunden, für die ich, wie immer, noch einen passenden „Spruch“ parat habe, man ärgert sich halt gern.
Somit wird es jetzt wirklich höchste Zeit, bevor ich noch körperliche Blessuren davontrage.
Der erste Abschnitt führt uns durch den Holde und dann über Bentlage nach Rheine, wo wir den Zug nach Dortmund besteigen wollen. Wir radeln uns ein und genießen einen beginnenden Sommertag, der noch eine leichte Kühle mit sich bringt.
So passieren wir eine noch entvölkerte Fußgängerzone in der Rheiner Innenstadt und begeben uns auf unsere Zugfahrt.
Diese ist, wie immer, sehr kurzweilig, haben wir doch wie in jedem Jahr die Möglichkeit, uns einmal wieder so richtig auszutauschen und über nichts anderes, als uns, Gott und die Welt und die Tour nachzudenken und zu sprechen.
Später, als wir uns schon mitten im Sauerland befinden, müssen wir in Bestwig umsteigen, um die letzte Etappe bis Winterberg zu nehmen. Da wir über eine Stunde Aufenthalt haben, rät uns ein netter Schaffner, mit dem Rad bis Olsberg-Bigge vorzufahren, so wären wir in Bewegung und würden schon etwas von der reizvollen Landschaft des Sauerlandes mitbekommen.
Gesagt- getan! Als Bestwig hinter uns liegt, erhalten wir schon einen Eindruck vom Streckenprofil, welches sich selbstverständlich nicht mit dem des Emslandes vergleichen lässt.
Und wir gewöhnen uns so ganz nebenbei an die Streckenkennzeichnung des Ruhrtalradweges, einen stilisierten Radfahrer vor dem Hintergrund eines gelb-grün-rot-blauen Quadrates. Diesem Zeichen werden wir in den kommenden Tagen folgen.
Von jetzt an nur mit Rad
In Olsberg- Bigge angekommen entdecken wir schnell den kleinen Bahnhof, an dem wir zusteigen werden. Frank entdeckt aber natürlich auch etwas anderes. Wenn es um seinen Hunger- oder besser Appetit geht, entwickelt sich mein Freund zu einem wahren „Trüffelschwein“. Schnell wird ein Mittagslokal entdeckt und in dem dort befindlichen Biergarten ein Tisch in „Beschlag“ genommen, denn es gibt, wie sollte es auch anders sein, ZANDER!
Während ich mir einen Kaffee gönne, bestellt Frank sich einen fangfrischen Zander mit Bratkartoffeln und Salat, nicht ohne der Servicekraft deutlich zu machen, dass wir nur ein sehr begrenztes Zeitfenster haben.
Frank genießt und schwärmt und kann nicht verstehen, warum ich nichts essen möchte.

Ruhrquelle bei Winterberg
Unser letztes Frühstück ist ja auch schon wieder fast zwei Stunden her! Ihn plagt das schlechte Gewissen und so esse ich etwas von seinem Salat.
Das letzte Teilstück bis Winterberg nimmt die Bahn in gemütlichem Tempo. So können wir in aller Ruhe einen Blick auf die Berglandschaft nehmen. Als wir am Bahnhof aussteigen, machen wir uns sogleich auf den Weg zur Ruhrquelle. Die ersten 3km unserer Tour sind somit eine einzige Steigung. Und wenn man das Rinnsal, welches zugegebenermaßen hübsch eingefasst ist erblickt, hält man nicht für möglich, dass dieser in 230km als riesiger Fluss in den Rhein mündet. Nun starten wir endlich auf dem Ruhrtalradweg und...verfahren uns prompt.

Die noch junge Ruhr
Sauerland in der Nähe von Meschede
Doch das Stückchen  Hauptstraße macht uns nichts aus und wir finden den richtigen Weg gleich wieder. Die ersten Kilometer sind geschottert und wir erleben erleben total spannende und reizvolle Abfahrten, bei denen unsere Bremsen Höchstleistungen vollbringen. Ich hatte immer  von den anstrengenden Anstiegen auf den ersten 50km dieser Tour gelesen, aber die halten sich unserer Meinung nach doch in Grenzen.  
Nach gut 20km machen wir eine Pause und genießen die wunderschöne Aussicht. Wir fahren weiter und passieren Olsberg und Bestwig, die wir heute bereits in anderer Richtung unter die Räder genommen haben. Immer wieder queren wir die Ruhr, die noch mehr ein Bach denn ein Fluss ist.
Hinter Bestwig-Velmede haben wir noch einmal eine Steigung zu nehmen, die wir dann zu Fuß beenden. Auf diesem Hügel werden Weihnachtsbäume angebaut. Wir pausieren und genießen die Aussicht. Nun ist es nicht mehr allzu weit zu unserer heutigen Unterkunft. Wir halten uns in Richtung Meschede und durchfahren den Ort, um dann links in Richtung Calle zu fahren. Dann, nach 65 km haben wir unser Etappenziel erreicht. Der „Landhof Grewen Mühle“ wird heute Nacht unser Domizil sein.
Wir beziehen unser Zimmer und machen uns frisch für den Abend. Unsere Gastgeber veranstalten nämlich für die Gäste einen Grill-Abend. Als wir es uns im Biergarten gemütlich machen, duftet es schon nach Gegrilltem und wir genießen ein großes, kühles Radler. Der Abend ist nett und wie immer besitzt man nach dem Essen und ein paar Bierchen die nötige „Bettschwere“.
Samstag, 18. August 2012
2.Etappe:
Meschede - Schwerte
80 Kilometer
Hotel Landhof "Grewen Mühle"
Am Morgen ist wieder wunderschönes Wetter. Wir machen uns startklar und frühstücken ausgiebig. Anschließend muss Frank dem Fischteich des Gasthauses abermals einen Besuch abstatten, bevor wir noch ein paar Fotos machen und uns schließlich auf den Weg machen. Die heutige Etappe führt uns über Arnsberg, Wickede, Iserlohn und Menden nach Schwerte, wo wir eine Unterkunft gebucht haben.
Wir stellen mit zunehmender Fahrtdauer fest, dass sich auch die Landschaft neben der Ruhr laufend ändert. Wir erreichen Arnsberg und Frank erzählt mir, dass es ihn beruflich fast mal hierher verschlagen hätte. 
Arnsberg
Nachmittags erreichen wir Fröndenberg und das dort beheimatete Kettenschmiedemuseum, welches wir aber nicht besichtigen, da es Samstag ist. Doch in einem Café auf dem Gelände machen wir Rast, es wird immer heißer, sicher sind es schon weit über 30 Grad.
Schließlich brechen wir wieder auf, um am späten Nachmittag mit Schwerte unser heutiges Etappenziel zu erreichen. Wir machen es uns in einem Café in der Innenstadt gemütlich und stärken uns mit Koffein. Unsere Unterkunft liegt ebenfalls in der Stadt und beherbergt außerdem ein Griechisches Restaurant. Nachdem wir die Zimmer bezogen haben, lassen wir den Abend bei griechischem Essen und kühlem Bierchen im Innenhof ausklingen.
Sonntag, 19. August 2012
3.Etappe:
Schwerte - Essen
80 Kilometer
50er Jahre Kleingarten-Idylle
Ein wenig Schatten
Hinter Wetter
Der heutige Tag soll und wird der heisseste der ganzen Tour. Wie immer lassen wir uns mit dem Frühstück Zeit und kommen so allmählich in Schwung. Wir rollen in Richtung Herdecke und bemerken, wie viele Meschen den Fluß zur Naherholung nutzen. Natürlich gibt es Radfahrer, Fußgänger, Paddler und in Herdecke flaniert man gerne entlang der Ruhr und besucht Veranstaltungen und Feste, die am Wasser stattfinden. Je näher wir dem Ruhrgebiet kommen, um so betriebiger wird es. Herdecke mit dem Hengsteysee ist ein schönes Beispiel .Wir fahren weiter in Richtung Wetter. Die Ruhr geht über in den Hartkortsee. Wir machen an einem, wir wir meinen, Kiosk, der direkt an dem Radweg liegt, eine Pause und stellen fest, dass wir uns auf einer Minigolfanlage befinden.Und zwar in den 50er Jahren. Wir staunen und lassen uns Kaffee und Cola schmecken. Die Besitzer, ein älteres Ehepaar, stammen dem Dialekt nach zu urteilen aus Ostpommern. Sie sind sehr nett und gesprächig. Im weiteren Verlauf unserer Tages-Tour werden wir immer wieder vorwiegend Tankstellen aufsuchen (es ist Sonntag), um uns mit Getränken zu versorgen. Ich werde bis zum Abend gerade mal zwei Brötchen und einen Schoko-Riegel gegessen haben, viel wichtiger ist mir mein Wasser und die Schorle. Der heutige Streckenabschnitt zieht sich. Es ist, wie gesagt sehr heiß, was einem auf Dauer natürlich schon zu schaffen macht. Irgendwann wird es Frank zu bunt. Er hält an, zieht sich bis auf die Unterwäsche aus und springt in die Ruhr. Ich überlege  kurz... und tue es ihm gleich. Was für eine Erfrischung! Im Anschluss fährt es sich wieder sehr viel leichter. Gegen Abend erreichen wir den Baldeneysee und somit Essen. Als wir durch einen Park fahren, ziehen uns Rauchschwaden entgegen und der
Erfrischende Ruhr
Geruch von Gegrilltem steigt uns in die Nase. Auf den Wiesen befinden sich zig Familien, die ihr Wochenende gebührend ausklingen lassen wollen. Wir wählen den in der Karte empfohlenen Streckenverlauf links des Sees und lassen die Grillgesellschaft hinter uns. Ungefähr gegenüber der Villa Hügel machen wir noch einmal eine kurze Pause und schauen auf das Relikt des Krupp-Imperiums. Schließlich erreichen wir unser heutiges Etappenziel Hotel Hennig in Essen. Wir beziehen unsere Unterkunft, machen uns frisch und speisen heute wieder einmal international. Über die Brücke hinter unserem Hotel lassen wir uns das türkische Essen munden. Bevor wir zurück gehen, künden erste schwere Wolken von ein wenig Abkühlung.
"Villa Hügel" am Baldeneysee
Montag, 20. August 2012
4.Etappe:
Essen - Duisburg/ Rheine - Emsbüren
60 Kilometer
In Mühlheim an der Ruhr
Beim Frühstück kommen wir mit einem radfahrenden Ehepaar ins Gespräch. Wir tauschen uns über unsere gefahrenen Touren aus. Sie wollen heute auch bis zur Einmündung der Ruhr in den Rhein und begeben sich 10 Minuten vor uns auf den letzten, ca. 30km langen Streckenabschnitt bis zur "Rheinorange". Wir trödeln los und unterhalten uns bereits über das Gesehene der letzten Tage. Mühlheim ist schnell erreicht und wir füllen noch einmal unsere Getränkevorräte auf. Mühlheim geht in Duisburg über und wir realisieren, wie eng und fließend hier alles beieinander liegt. Hier in Duisburg hat die Ruhr nichts mehr von dem Fluß, dem wir staunend folgten.
Kurz vor dem Rhein
Wir überqueren zahlreiche Brücken und befinden uns mitten in der Welt dieses riesigen Binnenhafens. Von weitem machen wir schon die "Rheinorange" und damit den offiziellen Endpunkt unserer diesjährigen Tour aus. Dort angekommen werden erst einmal Fotos geschossen. Langsam begeben wir uns auf den Weg zum Hauptbahnhof, wir haben noch Zeit. Die Zugfahrt zurück nach Rheine lässt uns genügend Zeit, das Erlebte zu verarbeiten. Wie in fast jedem Jahr fahren wir das letzte gemeinsame Stück von Rheine bis nach Hause mit dem Rad und lassen eine überaus gelungene Tour 2012 stimmungsvoll ausklingen.






Abschluss an der "Rheinorange" nach 230 Flusskilometern